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Ernährungstip für Kaninchen

Frank Lausberg

 
Die Kaninchen werden häufig fälschlicherweise als Nagetiere angesehen. Sie gehören jedoch einer eigenen zoologischen Ordnung an, den Hasentieren (Lagomorpha). Dies ist vor allem im Hinblick auf die Ernährung von entscheidender Bedeutung.
 Kaninchen sind vornehmlich herbivore Tiere, das heißt sie ernähren sich auch in freier Wildbahn vorwiegend von rohfaserreichen Blättern und anderen Pflanzenteilen.

 Hieraus ergeben sich für die Ernährung der Kaninchen bei der Haltung in Menschenhand ganz besondere Bedürfnisse. Zunächst einmal ist das für die Gesundheit des Kaninchens wichtigste Nahrungsmittel das Heu. Während die in normalen Mischfuttern enthaltenen Grünmehlpellets in Verbindung mit der Feuchtigkeit des Speichels sofort zu feinem Staub zerfallen, muß das Heu aufwendig kleingekaut und -gemahlen werden.

 Hierdurch wird der für die Zahngesundheit zwingend notwendige Abrieb gewährleistet. Neben Zahnfehlstellungen ist die unzureichende Heugabe bzw. die übermäßige Gabe von kommerziellen Mischfuttern die Hauptursache für zu lange Kaninchenzähne.

 HEU SOLLTE DEN GANZEN TAG UND IN UNBEGRENZTER MENGE ZUR VERFÜGUNG STEHEN!

 Ein gutes Heu erkennt man zu allererst an der Farbe. ES sollte immer einen grünen Farbton aufweisen und einen aromatisch frischen Duft verströmen.

 Wenn man sich unsicher ist, ob das gewählte Heu gut ist, sollte man den Heusack aufschütteln und an ihm riechen. Vermeiden Sie den Kauf von gräulich oder gelblich gefärbten Heu. Heu ist stets trocken zu lagern, da es sonst schnell schimmelt! Die meisten im Fachhandel erhältlichen Kaninchenfutter sind so genannte Mischfutter.

 Meist sind in diesen Mischfuttern völlig ungeeignete Nährstoffe enthalten, wie zum Beispiel Getreidekörner oder ein hoher Anteil an Luzerne (Anmerkung: einige Futtermittelhersteller bezeichnen diese Neudeutsch als Alfalfa!).

 Neben dem hohen Energiegehalt, welcher meist zu einer deutlichen Fettleibigkeit der Tiere führt, enthält vor allem Luzerne viel Calcium.
 Da Kaninchen Calcium hauptsächlich über den Urin ausgeschieden wird, führt dies häufig zur Bildung von LEBENSBEDROHLICHEN Harnsteinen. Ein weiterer häufiger Fehler bei der Rationsgestaltung für Kaninchen ist die zu große Trockenfuttermenge, die verfüttert wird.

 Kaninchen fressen selektiv die ihnen höherwertig erscheinenden Anteile aus dem Trockenfutter heraus, das heißt sie fressen zunächst die Körner heraus. Meist werden die rohfaserreicheren Grünmehlpellets zunächst liegen gelassen. Als Fütterungsmenge ist pro Zwergkaninchen ein gestrichener Esslöffel VÖLLIG AUSREICHEND!

 Die Verfütterung von Frischfutter sollte nur nach einer Eingewöhnungsphase erfolgen. Werden in kurzer Zeit große Mengen Frischfutter von einem Tier aufgenommen, welches dies nicht gewöhnt ist, so kann es zu schweren Verdauungsstörungen kommen. Eine generelle Empfehlung zu Frischfuttern ist schwierig, da Kaninchen individuelle Vorlieben zeigen, und auch die Verträglichkeit eine Frage der Gewöhnung an das entsprechende Frischfutter ist.

 Kohlsorten oder Kopfsalat sollten jedoch nur allenfalls in kleinsten Mengen verfüttert werden, da sie zu starken Blähungen führen können.

 
Wir verwenden für unsere stationären Patienten gerne folgende Frischfutter:

 Möhren und Möhrengrün
 Äpfel
 Petersilie, Dill, Basilikum, Liebstöckel
 Kohlrabiblätter
 Paprika
 
Vor der Fütterung sollte Frischfutter gut abgewaschen und abgetrocknet werden. Nicht verzehrtes Frischfutter sollte spätestens nach 2-3 Stunden wieder aus dem Käfig entfernt werden.

 Für Kaninchen gibt es viele "Leckereien" im Zoofachhandel. Betrachten Sie die ganzen Teddys, Dinos, Knabberstangen, Joghurt-Drops usw. auch als solches.

 Diese Leckereien sind für die Tiere bei gelegentlicher Verwendung eine willkommene Abwechslung, zu viel ist ungesund.

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