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Trennungsangst

Wenn Hund nicht alleine bleiben können.

Hunde sind soziale Wesen, die sich  -  vom Menschen durchaus gewünscht - an den Hundehalter als Rudelmitglied gewöhnt. Alleinsein gehört nicht zum normalen Verhaltensrepertoire des Hundes, was besonders für unsichere oder ängstliche Hunde beim Alleinsein zu massiven Angstzustänen führt. Hunde aus schlechten Haltungsbedingungen oder nach mehrfachen Halterwechseln zeigen häufiger diese Verhaltensprobleme.

Das häufigste Symptom bei Hunden, die an Trennungsangst leiden, sind ungewünschte Lautäußerungen (Bellen, Winseln, Jaulen), was oft zu massiven Problem bei Mitbewohnern und Nachbarn führt. Nicht selten sind auch Unsauberkeit (Urinieren und Koten), Erbrechen oder die Zerstöhrung von Gegenständen zu beobachten. Manchmal ist die Angst so groß dass die Tier sich sogarselbst verletzen.
Die beschrieben Verhaltensweisen beim Alleinsein sind aber nicht immer sichere Belege für eine Trennungsangst. Oft kann es sich dabei auch um eine Geräuschangst oder einfach nur Langeweile handeln.

Schon bei der Anwesenheit des Herrchens kann ein Hund Anzeichen der Trennungsangst zeigen. Es folgt dem Besitzer ständig wie ein Schatten, bleibt immer an Kontrollpunkten liegen um den Besitzer ständig im Blick zu haben oder wird schon ängstlich, wenn er eine Aufbruchsstimmung registriert.

Um die wahren Ursachen zu erkennen und damit auch in geeigneter Weise reagieren zu können, kann es hilfreich sein, eine Videoaufnahme von dem alleingelassenen Hund zu machen. Dies zeigt, ob das Tier gestresst und panisch ist oder vielleicht nur gelangweilt. Diese Aufnahme dient auch zum Verständnis des Tieres, denn oft ist der Hundehalter sehr genervt von dem Verhalten und deren Folgen (Beschwerde der Nachbarn usw) und erkennt in den Videoaufnahmen erst wie sehr das Tier in der Situation leidet. Anhand der Erkenntnis aus den Videoaufnahmen muss dann die geeignete Therapie ausgewählt werden.

So rührend es sein mag, wenn der Hund Frauchen/Herrchen auf Schritt und Tritt folgt und damit seine Zuneigung äussert - dieses Verhalten zeigt einen Mangel an Selbstständigkeit oder auch Sicherheit.

Durch ein Distanztraining soll die übermäßige Hund-Halter-Bindung schrittweise gelockert werden. Selbst wenn das Herrchen/Frauchen in der Wohnung ist, der Hund muss lernen, dass diese Person nicht immer verfügbar ist:

  • Das ständige Nachlaufen in der Wohnung soll eingeschränkt werden, z.B in dem man eine Tür hinter sich schließt, dass das Tier auch nur einmal kurzzeitig allein bleibt
  • Das Tier soll auf Kommando auf einem zugewiesenen Platz gehen und dort bleiben
  • Sofern ein solcher „Problemhund“ im Bett schläft, sollte dies schrittweise abgestellt werden.
  • Aufmerksamkeit forderndes Verhalten, wie Anstupsen o.ä. sollte ignoriert werden. Zuwendungen erfolgen nicht auch Initiative des Hundes, sondern nach Entscheidung des Halters

All diese Maßnahmen dienen dazu die Selbstständigkeit des Hundes zu vergrößern und das Selbstbewusstsein zu stärken

Das Alleinsein kann auch trainiert werden. Hierbei wird die Zeit des Alleinseins schrittweise gesteigert. Erst, nachdem der Hund in einer Zeitdauer völlig ruhig und sein Verhalten unauffälliig war, kann die Dauer erhöhtwerden. Während zu Beginn die Schritte im 5 bis 10 Minutendauer erhöht werden sollen, können diese Phasen, späterr, wenn das Tier schon über eine Stunde alleine bleiben kann, auch in 30-Minutenschritten erhöht werden.

Das Alleinsein beginnt nachvollziehbarerweise mit dem Abschied. Dieser sollte möglch positiv und fröhlich zelebriert werden. Die ersten Ansätze von Unwohlsein oder Panik sollten ignoriert werden. Oft hilft es den Tieren eine Beschäftigungsmöglichkeit (Spielzeug o.ä. anzubieten, bevor man, ohne viel Aufheben das Tier verläßt. Auch ist es hilfreich, wenn das Tier vorher körperlich und geistig ausgelastet wird.

Manche Hund kommen besser mit dem Alleinsein zurecht, wenn sie sich in einem kleinen, beschränkten Raum (kleines Zimmer - keine Kennels oder Flugboxen) aufhalten. Andere kommen gerade damit nicht zurecht und sind ruhiger, wenn sie ein größeres Raumangebot haben. Dies gilt es auszuprobieren.

Wie schon bei dem Abschied beschrieben - Spielzeuge, die das Tier ablenken und beschäftigen können hilfreich sein. Effektiv sind hier die Spielzeuge, die mit Futter gefüllt sind, die das Tier möglichst zeitaufwendig heraus bekommen muss. Aber auch Spielzeug, an dem sich das Tier richtig austoben kann (Kauseile, Quietschtier ..) erleichtern das Alleinsein.
All diese Spielzeuge sollten nur in der Phase des Alleinseins angeboten werden und direkt nach der Wiederkehr weggenommen werden.

Manchmal hilft es, wenn eine Geräuchquelle (Radio, Fernseher) läuft. Der Einsatz einer Zeitschaltuhr, die die Geräte ein- und ausschalten, vermittelt dem Tier ein gewisse Abwechslung.

Bei der Rückkehr ist es wichtig, dass keine Begrüßung erfolgt, bevor sich das Tier nicht beruhigt hat. Ignorieren Sie das Tier bei der Ankunft -  auch wenn während der Abwesenheit etwas beschädigt oder verschmutzt wurde. Je nach der Höhedes Schadens, mag dies manchmal schwer fallen. Das Tier macht das aber nicht bewusst oder aus Bosheit oder Trotz.

Wenn die beschriebenen Maßnahmen nicht,oder nicht schnell, genug fruchten oder der Druck durch Nachbarn oder Vermieter sehr hoch ist, kann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein. Dies ist aber in erster Linie als unterstützend Maßnahme zu Beginn der Therapie zu sehen. Von leichten pflanzlichen Mitteln bis hin zu Psychopharmaka, bestehen verschieden Therapieansätze, die mit dem Tierarzt abzustimmen sind.

Das Phämen der Trennungsangst hat sehr vielsichtige, individuell unterschiedliche Ursachen und Zeichen. Deshalb können die genannten Maßnahmen nur Therapieversuche sein. Von Tier zu Tier wird die Wirksamkeit unterschiedlich sein. In fast allen Fällen benötigt man viel Geduld und Zeit um das gewünschte Ziel zu erreichen - dass der Hund stressfrei allein bleiben kann.

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